Weicht ein Körper von der geschlechtlichen Norm ab, stellt die Chirurgie biologische Eindeutigkeit her.
Zur Praxis der Genitalverstümmelung in Deutschland.
Von Samira Fansa und Michael Reiter

Transsexuellen, die oftmals für sich reklamieren, im falschen Körper zu leben, gesteht die deutsche Gesetzgebung zu, das Geschlecht wechseln zu dürfen, weil sie als pathologische Fälle klassifiziert werden. So gelingt es der Medizin, Transsexuelle zumindest optisch zu vereindeutigen und damit die bipolare Geschlechterordnung wiederherzustellen. Hermaphroditen hingegen, die umgangssprachlich als Zwitter und medizinisch als Intersexuelle bezeichnet werden, sind in der Gesetzgebung nicht vorgesehen. Denn ihre Existenz stört die Sicherheit, dass es ausschließlich zwei biologische Geschlechter gibt. weiter…